Jump to main content

Dr. Michael Riepl LL.M. (Genf)

Michael Riepl ist Jurist, Völkerrechtler und Schriftsteller. Er absolvierte sein erstes juristisches Staatsexamen an der Universität Passau und sein zweites Staatsexamen am OLG Nürnberg. Während eines Masters (LL.M.) an der Geneva Academy spezialisierte sich Riepl auf humanitäres Völkerrecht und Menschenrechte. An der Universität Köln wurdeRiepl 2021 promoviert. Seine Dissertation befasste sich mit Russlands widersprüchlicher Rolle bei der Entwicklung des humanitären Völkerrechts. Die Monographie wurde unter anderem mit dem Jost-Delbrück-Preis (Walther-Schücking-Institut) sowie dem Osborne-Clarke-Preis (Universität Köln) ausgezeichnet und von der JuristenZeitung zu einem der zehn besten Bücher 2022 gewählt.

Daneben hat Riepl seit 2015 für verschiedene humanitäre Organisationen gearbeitet. Insbesondere war er in der Rechtsabteilung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in Genf tätig und arbeitete im Anschluss vier Jahre als humanitärer Delegierter des IKRK in der Ukraine, in Armenien und in der Demokratischen Republik Kongo. In dieser Funktion befasste er sich unter anderem mit den Angelegenheiten von Kriegsgefangenen, der Vermisstensuche, der Bergung und Rückführung Gefallener, der Verteilung von Hilfslieferungen sowie der praktischen Anwendung des humanitären Völkerrechts in bewaffneten Konflikten.

Momentan ist Riepl externer Habilitand bei Prof. Dr. Angelika Nußberger an der Akademie für Europäischen Menschenrechtsschutz. Er forscht zur Entwicklung des Selbstbestimmungsrechts der Völker und wird dabei durch ein Habilitationsstipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung gefördert. Daneben hält Riepl Vorträge zum Völkerrecht für Studierende und Praktiker im In- und Ausland. Er ist Mitglied des Cologne Center for Advanced Studies in International History and Law und Mitglied der Redaktion des Armenian Journal of International Law. 

Seine Forschungsinteressen umfassen humanitäres Völkerrecht, Menschenrechte, Völkerrechtsgeschichte und Regionalstudien in Osteuropa, Russland und im Südkaukasus. Er spricht fließend Deutsch, Englisch, Französisch, Russisch, Armenisch und Spanisch und hat fortgeschrittene Kenntnisse im Türkischen und Italienischen.

2026 erscheint Riepls literarisches Debüt Ferne Heimat Altmontal (C.H. Beck). Darin verflicht Riepl die bewegte Lebensgeschichte seiner Großmutter, einer Schwarzmeerdeutschen, die in der Ukraine und im Kaukasus aufwuchs, mit Reportagen von seinen humanitären Einsätzen in ebendiesen Regionen. 

Forschungsgebiete

  • Völkerrecht
  • Humanitäres Völkerrecht
  • Menschenrechte
  • Völkerrechtsgeschichte
  • Regionalgeschichte (Osteuropa, Russland, Kaukasus)

Derzeitige Lehrtätigkeiten

  • Moot Courts: Richter/Organisator verschiedener armenischer Moot Courts im Völkerrecht (ICRC Moot Court on IHL; Slavonic University)
  • Vorlesungen und Workshops für Studenten und Praktiker im internationalen Recht: Amnesty International, Clingendael, ICRC, American University Yerevan, European University Yerevan, University of Cologne etc. 

Aktuelles Forschungsprojekt

Aktuell forscht Michael Riepl im Rahmen seiner Habilitation dazu, wie sich das Selbstbestimmungsprinzip im Südkaukasus während des 20. Jahrhunderts entwickelt hat.

Exposé

Das Recht auf Selbstbestimmung der Völker gehört zu den am häufigsten zitierten, aber auch zu den umstrittensten Rechtsgrundsätzen der Welt. 
Die Literatur zu Art und Umfang des Rechts füllt ganze Bibliotheken. Es wurde gelegentlich als „subversiv und radikal“ (Antonio Cassese) bezeichnet. Mein Forschungsprojekt möchte nachverfolgen, wie sich das Selbstbestimmungsprinzip im 20. Jahrhundert in einer äußerst vielfältigen Region entwickelt hat, einem „land in-between“ (Thomas de Waal), in dem seit Jahrtausenden verschiedene Völker nebeneinander leben: die Rede ist vom Südkaukasus. 

Welche Rolle spielte das Selbstbestimmungsprinzip im politischen und juristischen Diskurs der Region während des Ersten Weltkriegs und der Zwischenkriegszeit? Wie hat es sich danach in den entsprechenden Sowjetrepubliken weiterentwickelt? Und kann all dies die Tatsache erklären, warum seit Anfang der neunziger Jahre mindestens fünf Kriege um disputed territories geführt wurden, die allesamt das Recht auf Selbstbestimmung für sich beanspruchten? 

Meine Recherche wird sich auf Sekundärliteratur sowie Interviews und Archivrecherchen in der Region stützen.

Dr. Michael Riepl

Habilitand

Webseite

Details

LinkedIn: LinkedIn/Michael_Riepl