Yannick Schoog
Yannick ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand an der Akademie für Europäischen Menschenrechtsschutz. Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität zu Köln und der National Law School of India University in Bangalore, Indien. Sein Studium mit Schwerpunkt Arbeits- und Sozialrecht schloss er im September 2020 mit der Ersten Prüfung ab. Bereits während seines Studiums war er als studentische Hilfskraft an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln und in einer international ausgerichteten Kanzlei in einer Praxisgruppe für Arbeitsrecht tätig. Sein Auslandsaufenthalt wurde gefördert durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und die Dr.Wilhelm Westhaus-Stiftung. Bei der Refugee Law Clinic Cologne berät Yannick ehrenamtlich geflüchtete Menschen im Migrationsrecht.
Er interessiert sich für Grund- und Menschenrechte, Antidiskriminierungsrecht, Arbeits- und Sozialrecht und Migrationsrecht mit seinen jeweiligen europäischen und internationalen Bezügen. In seiner Freizeit findet man ihn häufig kochend oder Kaffee trinkend, aber auch beim Joggen oder Yoga oder einfach mit einem guten Buch vor.
Forschungsgebiete
- Menschenrechte
- Soziale Rechte
- Europarecht
- Europäischer Grundrechtsschutz
- Deutscher Grundrechtsschutz
- Rechtsvergleichung
Forschungsprojekt
Yannick forschte an der Akademie im Zuge seine Doktorarbeit zum Thema: Ein Menschenrecht auf Sozialleistungen? – Der Schutz von Sozialleistungen nach der EMRK im Vergleich mit GRCh und GG
Beschreibung
Wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrechte führen immer noch ein Schattendasein im Vergleich zu den klassischen bürgerlich-politischen Menschenrechten. Obwohl die Menschenrechte der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) überwiegend der zweiten Kategorie angehören, entscheidet der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) ebenso über Sachverhalte, denen im Kern soziale Rechte zugrunde liegen. Dies liegt daran, dass er die EMRK mitunter so auslegt, dass sie auch soziale Rechte schützt. Beispielhaft dafür steht die Rechtsprechung des EGMR zum Schutze von Sozialleistungen durch die Eigentumsgarantie in Art. 1 des Zusatzprotokolls zur EMRK (1. ZP).
Einem heftig umstrittenen Urteil aus dem Jahre 2016 lag ebenso der Eigentumsschutz nach Art. 1 1. ZP zugrunde. In Béláné Nagy gegen Ungarn bejahte der EGMR die Verletzung von Art. 1 1. ZP durch den Entzug einer Invaliditätsrente, obwohl die Beschwerdeführerin die Voraussetzungen für den Bezug nach innerstaatlichem Recht nicht erfüllte. Damit warf der EGMR eine der zentralen Voraussetzungen des Eigentumsschutzes von Sozialleistungen über Bord, namentlich das Erfordernis des Vorliegens der Voraussetzungen für den Bezug einer Leistung nach nationalem Recht. Hat der EGMR damit ein Menschenrecht auf Sozialleistungen geschaffen?
Das Urteil gibt Anlass zu einer umfassenden Untersuchung des Schutzes von Sozialleistungen durch die EMRK. Über den Eigentumsschutz des Art. 1 1. ZP hinaus nimmt die Arbeit dabei auch weitere EMRK-Garantien in den Blick, um ein ganzheitliches Bild zu zeichnen. Dieser Analyse und Kritik der Rechtsprechung des EGMR folgt eine Gegenüberstellung mit dem Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) und dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG), die zur Auslegung der Charta der Grundrechte der Europäischen Union (GRCh) bzw. dem Grundgesetz (GG) berufen sind und eigene Ansätze zum Schutze von Sozialleistungen entwickelt haben. Insgesamt zeichnet die Arbeit so ein detailliertes Bild des grund- und menschenrechtlichen Schutzes von Sozialleistungen in EMRK, GRCh und GG.
Publikationsverzeichnis
Buchbeiträge
- The Justiciability of Economic, Social and Cultural Rights in Germany, in: The Justiciability of Economic, Social and Cultural Rights, S. 155-182, 2023 [Link]
- (mit Angelika Nußberger) Das Tarifeinheitsgesetz in Straßburg- ein Meilenstein in der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zur Koalitionsfreiheit?, in: Artbeit, Wirtschaft, Recht, Festschrift für Martin Henssler, zum 70. Geburtstag, S. 433-442, 2023 [Link]
Zeitschriftenbeiträge
- (mit Laura Jäckel & Timo Laven) Referendarexamensklausur – Öffentliches Recht: Verfassungsrecht – Finanzspritze für parteinahe Stiftungen, JuS, 2024, Heft 3, S. 256- 262
Blogposts
- (mit Laura Jäckel & Timo Laven), Die Quadratur des parteipolitischen Kreises, in: junge Wissenschaft im öffentlichen Recht 14.03.2023, https://www.juwiss.de/8-2023/
- (mit Cathérine Van de Graaf) , Too Old to Deserve State Support? – Šaltinytė v. Lithuania: Age Discrimination in Socio-Economic Policy, Strasbourg Observers, 22.12.2021.
- (mit Daniel Krotov), An Audacious Shortcut: The European Court of Human Rights’ New Approach to French “Wrongful Life” Cases, Strasbourg Observers, 25.03.2022.
Yannick Schoog
Wissenschaftliche Hilfskraft
Anschrift
Kerpener Str. 30
50937 Köln